Menu
Psychologischerclub
Menu
 
top

top
search
pcz_saal_021.jpg

Events

THEMATIC PRIORITY AUTUMN 2019

SOUL AND MYSTICISM

The lectures, seminars and excursion are open to the public. All are welcome.
Venue: Lecture room, Gemeindestrasse 27, 8032 Zürich

PROGRAM
 


Alphidus, das Schatzhaus der Weisheit betretend. 
Aurora consurgens, Zentralbibliothek Zürich, Codex Rhenoviensis.

 

  

Marie-Louise von Franz hat den alchemistischen Traktat „Aurora Consurgens“ (aufsteigende Morgenröte) zunächst übersetzt, dann aber – auf Anregung von C.G. Jung – einen ausführlichen psychologischen Kommentar dazu geschrieben. Beide, Text und Kommentar sind als dritter Band von „Mysterium Coniunctionis“ erschienen. Die „Aurora Consurgens“ ist ein dem Thomas von Aquin (1225-1274) zugeschriebenes Werk. Der visionäre Text soll die letzten Worte dieses grossen mittelalterlichen Gelehrten enthalten. Marie-Louise von Franz geht davon aus, dass es die Antwort ist auf eine erschütternde seelische Erfahrung, die er kurz vor seinem Tode gemacht hat.

Zeit: jeweils 16.00 - 18.00 Uhr
Kosten: Fr. 30 pro Sitzung

Die Teilnehmerzahl ist beschränkt. Im Moment können keine neuen Teilnehmer aufgenommen werden.

Auskunft: Regine Schweizer-Vüllers per
e-mail reschweizer@bluewin.ch oder
telefonisch 044 392 05 51.

     
 

Edwin Austin Abbey (1852–1911): Das Bild zeigt Galahad und das «Sehnsuchtsobjekt» Gral

  

Nach Emmanuel Lévinas strebt die mystische Sehnsucht «nach dem ganz Anderen, dem absolut Anderen». Feuer und Wasserstrom sind zwei Symbole, mit denen Mystiker und Mystikerinnen ihre Sehnsucht nach diesem Anderen in Worte fassten:

Du berührtest mich und ich entbrannte […].
(Augustinus von Hippo: Bekenntnisse, Buch X/27)


Ich trank von Deiner Quelle und fühlte, wie die Strömung mich erfasste
(Jelaluddin Rumi, 13. Jh.)

Mystische Sehnsucht ist ein besonders ausgeprägter Individuationsdrang. Kennzeichnend ist das Paradox, dass das Abwesende, nach welchem sich die Sehnsucht richtet – sonst wäre sie keine solche – von Beginn an anwesend ist: als göttlicher Funke, als alchemischer Mercurius, der das innere Feuer entfacht, als Quelle, aus welcher der mystische bzw. der Individuations-Prozess entspringt:

[Gott sagte:] Ich war ein verborgener Schatz und sehnte mich danach, erkannt zu werden. So erschuf ich Geschöpfe, um in ihnen erkannt zu werden.
ausserkoranischer islamischer Spruch (Hadith)

Menschliche Sehnsucht nach Gott wurzelt in Gottes Sehnsucht nach Selbst-Verwirklichung als Bewusstwerdung seiner selbst durch das menschliche Bewusstsein:

Gott hat Sehnsucht nach dem Menschen […] Das Bewusstsein ist die Wiege, in der Gott im Menschen geboren wird.
C.G. Jung, in: R. Evans, Conversations with Carl Jung

Die Sehnsucht selbst entpuppt sich somit als göttliche Geburt im menschlichen Bewusstsein. Diese Geburt bedeutet das Leiden, von Gegensätzen zerrissen zu sein: zwischen tiefster Liebessehnsucht nach dem göttlich-unendlichen «Du» und schmerzlichster Realität des menschlich-begrenzten «Ich»; zwischen dem Wunsch, das Göttliche zu «finden», und der Erfahrung, dass die göttliche Essenz – das absolut Andere – für das Ich-Bewusstsein nie fassbar ist. Doch die Mystiker(innen) wissen, dass das Herz fähig ist, das Göttliche zu erfassen: Sich dieser inneren Zerrissenheit liebend und leidend hinzugeben, kann zu einer unio mystica führen.

So wird eine tiefgreifende Erfahrung der Zugehörigkeit oder des Einsseins (unus mundus) mit dem Schöpfer und seiner Schöpfung möglich. Solche Erfahrung tut not in einer Zeit, die äusserlich-objektiv von Umweltzerstörung und innerlich-subjektiv für viele von Gefühlen der Unerfülltheit und der Sinnleere geprägt ist. Wenn wir uns (wieder) als Teil einer als göttlich erkannten Natur erleben, fühlen und begreifen, ist dies sowohl für den Planeten Erde als auch für den einzelnen Menschen heilsam.

Musikalische Einrahmung durch Ad-hoc-Vokalensemble:
Susanna Bucher, Sopran
Almut Jödicke, Mezzosopran
Regina Kobe Théato, Alt
Fortunat Schmid, Tenor
Claude Théato Kobe, Bass

Eintritt: Fr. 20, Studenten 15.
Für Mitglieder und stat. Gäste frei

     


C. G. Jung, Das Rote Buch, S. 135

 

  
“What use is the light if the darkness does not comprehend it? But your darkness should grasp the light (…wozu taugt das Licht, das die Finsternis nicht begreift? Aber deine Finsternis soll das Licht erfassen.)”
The Red Book

This talk explores the nature of the numinous experience, specifically in its form of the vision of light. The healing effect of this vision, stemming from the intrinsic nature of the archetype of the Self is particularly discussed. Jung’s own writings about the nature of numinosity are cited in order to understand the significance he attributed to the experience of the archetype. Some of his dreams to do with light and some of his relevant life experiences mentioned in Memories, Dreams, Reflections, are examined to this end. The mystical experience of the vision of light is explored, through accounts in the Bible, Orthodox spirituality, and other sources. Finally, two contemporary dreams are examined in order to understand the place of the vision of light in psychological development.

James Fitzgerald, Jungian Analyst, London: 
I was born and raised in a small village in the south-east of Ireland, surrounded by fields, small farms and woodland. It was quite a primitive place at that time, when we had no running water or electricity. Our family had a small farm and a village shop, in which I was raised. Despite those rather obscure beginnings, my path led on to University, where I studied Ancient Classics. A scholarship enabled me to do postgraduate research in London. My field was Byzantine Greek, and the early history of icons. After a few years in University Administration, I went on to teach in Primary schools in Inner London, and at the same time I had begun Jungian Analysis. During my teaching career, I had experience of several diverse forms of analysis, finally having the good fortune to work with someone who had trained in Zurich, and whose symbolic and archetypal approach was an immense gift. Through another unexpected turn of luck, I was enabled to go to Zurich myself, where my life was enriched and fulfilled beyond my wildest dreams!

Since graduating from Zurich I have had an analytic practice in London, and have had a modest career in offering talks in many places, and participate in two training groups in London-IGAP and GAP.

Entry fee / Eintritt: Fr. 20
Students/Studenten: Fr. 15
Für Mitglieder und stat. Gäste frei

     

 
Alchemistische Bibliothek und Laboratorium aus: Michael Maier, Tripus ausreus, 1677

  

„Vocatus atque non vocatus deus aderit“ – diese Inschrift setzte Jung an die Eingangstür seines Hauses in Küsnacht – und später auf seinen Grabstein. In einem Brief wenige Monate vor seinem Tode sagt er: „... ja, der Gott wird zur Stelle sein, aber in welcher Gestalt und in welcher Absicht?“ Wie erlebe ich, dass Gott in mir – und um mich herum – anwesend ist? Gerufen – aus einer Not heraus – oder nicht gerufen – und doch mich ergreifend?

In Erinnerungen, Träume, Gedanken wird noch einmal zum Ende seines Lebens deutlich, wie wichtig C. G. Jung der Mythos von der Menschwerdung Gottes war. Wie erfahren wir in unserm Leben, dass Gott Mensch wird? Aus der eigenen Seelentiefe kommt uns zunächst bedrohlich – dann belebend und erneuernd ein zuvor verborgenes Bild der Gottheit entgegen. Die inneren Bilder weisen auf die Verwirklichung des Selbst in uns als Menschen; sie schliessen auch den dunklen Aspekt mit ein.

Im Seminar betrachten wir einzelne Szenen aus der altägyptischen Mythologie, wobei das Bild der Göttin im Vordergrund stehen soll. Dazu werden wir Beispiele von Träumen und Bildern von heute anschauen. Wir erleiden die Spannung der Gegensätze in der Liebe, bei der Arbeit, in unserm ganzen täglichen Leben – und wir erleben Symbole der Einheit. Wie C. G. Jung betont, kann das Bewusstsein nur hier im irdischen Leben erhöht werden, wo die Gegensätze zusammenstossen. Ziel dieses Prozesses ist die Erneuerung des Bewusstseins und die Verwirklichung des Selbst in uns als Menschen. Indem wir uns um Bewusstwerdung bemühen, geht das Selbst aus einer zeit- und raumlosen Dimension über in unsere menschliche Begrenzung von Zeit und Raum, aus dem „potentiellen in den aktuellen Zustand“. Das gibt uns die Hoffnung, dass wir bedeutsam sind für die letztlich unbekannte, geheimnisvolle Gottheit.

Archetypische Vorgänge aus der altägyptischen Überlieferung sind einige der Ursprünge der westlichen Alchemie; sie tauchen in Jungs ganzem Werk, auch im Roten Buch, auf. Der Mythos sei die „unerlässliche Zwischenstufe“ zwischen dem Unbewussten und der bewussten Erkenntnis. Gerade die ägyptische und die alchemistische Überlieferung (neben der christlichen) sind die steten inneren Begleiter seit Beginn meines eigenen Prozesses. Durch den Mythos, durch Erkennen des archetypischen Bildes hinter dem persönlichen Erleben, entsteht eine „Fassung“, ein Gefäss der Auffassung und damit die Möglichkeit der Bewusstwerdung. Das tröstet uns und führt weg von der Einordnung bestimmter Symptome als krankhaft. Nach dem Durchgang durch Finsternis und Leiden können wir durch die erneuernden Symbole des Unbewussten einen seelischen Sonnenaufgang erleben mit den schöpferischen Möglichkeiten eines neuen Tages – in Dankbarkeit und Freude.

Dr. med. Angela Rossée ist praktische Ärztin und Jungsche Analytikerin in Berlin. Sie hat am C. G. Jung Institut in Küsnacht ihr Diplom gemacht und ist seither an verschiedenen Orten als Referentin und Seminarleiterin tätig, unter anderem auch am Zentrum für Tiefenpsychologie. Eines ihrer besonderen Interessen ist die Mythologie des alten Ägyptens. 

Eintritt: Fr. 100.00
Clubmitglieder und Studenten: Fr. 60.00
Anmeldung bis 7. Oktober 2019 an kontakt@psychologischerclub.ch

     

 
The book will be published in German and English

  

Inhalt / Contents

Regine Schweizer-Vüllers
Vorwort / Preface 

Rivkah Schärf Kluger
Die Königin von Saba – Geschichte, Texte, Legenden
The Queen of Sheba in Bible and Legends

Laurel Howe

Maria Magdalena –Die weibliche Seite im archetypischen Geschehen von Tod und Auferstehung
Redeeming Mary Magdalene –The Feminine Side of the Death and Resurrection Archetype

Marie-Louise von Franz
Rumpelstilzchen / Rumpelstitzkin

Gotthilf Isler
«Die verwünschte Prinzessin» – Zur Erlösung des Weiblichen in den Volkssagen
The Cursed Princess – The Redemption of the Feminine in Legends

Für die Editionskommission
In the name of the edition committee
Andreas Schweizer und Regine Schweizer-Vüllers (Hrsg./Eds.)

     
    
Ohne aus der Tür zu treten,
kannst du die Wege der Welt kennen.
Ohne aus dem Fenster zu schauen
kannst du die Wege des Himmels (Tao) kennen.
Je weiter du gehst, desto weniger weisst du.
Die Weisen wissen, ohne zu reisen,
benennen, ohne zu sehen,
wirken, ohne zu handeln. 
Lao Tse, Tao Te King, Kapitel 47

Der westlich orientierte Mensch hat sich seit Jahrhunderten der äusseren Welt der Sinneserfahrung zugewandt und hat sich selbst darin verloren. Es ist Zeit, sich nach innen zu wenden, das innere Universum erforschen zu lernen und die Reise nach innen zu beginnen. Christliche Mystik zeigt Wege dorthin auf und will Menschen zu sich selbst und zu Gott führen.

„Etwas mehr Meister Eckehart täte gut“, hat C.G. Jung einmal gesagt und meinte damit wohl diese Hinwendung nach innen, zur eigenen Seele.

Ohne einen prägenden Mystiker aus der Frühzeit des Christentums wären all die Gedanken, Predigten und Texte der späteren christlichen Mystiker wie Meister Eckehart, Johannes vom Kreuz, Theresa von Avila und anderen nicht denkbar. 

Bis heute rätselt man, wer sich hinter dem Pseudonym Dionysius Areopagita verbirgt. Wahrscheinlich war er ein syrischer Mönch oder sogar Bischof um das Jahr 500 n. Chr. Die gesamte mystische Tradition des Abendlandes ist ohne seine Texte gar nicht denkbar. In origineller Weise verbindet er das spätantike, neuplatonische Denken mit der christlichen Offenbarung. Dass Gott alles Erkennen übersteigt und wir gleichsam geblendet sind von seinem strahlenden Licht, ist einer seiner Grundgedanken. Er ist der Wegbereiter der „mystischen Theologie“.

Im Vortrag möchte ich einige Texte christlicher Mystiker zur Sprache bringen und mit Ihnen darüber nachsinnen, was sie uns heute sagen können.

Eintritt: Fr. 20.00, Studenten Fr.15.00
Für Mitglieder und stat. Gäste frei

     
 

Mögliche Literatur: Die Bhagavadgita, reclam u.a. Verlage

  
Du bist das Unzerstörbare, das Höchste, das man wissen kann,
du bist der höchste Ruheplatz des Alls.
Du bist der unsterbliche Hüter der ewigen Weltordnung,
du bist der ewige Höchste Geist (Purusha), so denke ich.
Bhagavadgita Kap. 11, 18

Im 11. Kapitel der Bhagavadgita (5.–2. Jh. v. Chr.) offenbart Krishna dem Feldherrn Arjuna inmitten zweier zur Schlacht bereiten Heere seine kosmische Gestalt. Der drohende Ausbruch des Krieges bringt Arjuna in eine existentielle Krise, in der er sich einer neuen Lebenssicht öffnet: Hier empfängt er die Vision, die ihm seine wahre Bestimmung offenbart. In diesem Moment tiefster Erkenntnis wird er sich bewusst, wie beschränkt seine bisherige Weltsicht war; er, der stolze Krieger und Held, erkennt die Kleinheit und Bedeutungslosigkeit seiner bisherigen Einstellung. Erst seine Vision ermöglicht ihm, die persönliche und die überpersönliche Seite des Göttlichen zu sehen.

Krishna, sein Gefährte, Wagenlenker und Lehrer, offenbart sich ihm als die göttliche Kraft im manifesten Universum, die alle Formen und jeglichen Bewusstseinszustand, das heisst die gesamte Schöpfung und deren Wandlungen umfasst. Er, der Schwarze oder der Dunkle, offenbart sich als der Herr der Zeit, als Herr über Leben und Tod, in dem alles miteinander verbunden ist, wo es weder Zeit noch Raum noch irgendwelche Trennung gibt. Arjuna – inmitten der Schlachtreihen – ist vom zerstörerischen Aspekt Krishnas, der den Tod und jegliches Schicksal einschliesst, erschüttert.

Arjuna hat die kosmische, die göttliche Form Krishnas geschaut. Diese Schau überwältigt ihn, und so bittet er am Ende des 11. Kapitels darum, zu seiner früheren, dualistischen, weil menschlicheren Gottesschau zurückkehren zu dürfen. Krishna gewährt ihm diesen Wunsch, indem er seine friedvolle Form wieder annimmt.

Eintritt: Fr. 20.00, Studenten Fr.15.00
Für Mitglieder und stat. Gäste frei

     
    

Julian von Norwich ist im deutschsprachigen Raum relativ unbekannt. Wer sie dennoch kennt, wird sich an ihre Schriften über die Mutterschaft Gottes oder an ihr Sprichwort "Alles wird gut sein, und alle werden wohlauf sein, und aller Art Dinge wird gut sein" erinnern. Auch ihre Gedanken über die göttliche Liebe oder ihre Begegnung mit der auffälligen Mystikerin Margery Kempe mögen bekannt sein. Doch weit weniger bekannt ist, dass Sünde, Verrat und Versagen bei Julians mystischen Erlebnissen und Schriften eine zentrale Rolle spielen.

In diesem Vortrag werden wir Julians Visionen im Detail anschauen. Julian betrachtete ihre allererste Reaktion auf diese Offenbarungen als so unverzeihbar, dass sie nicht mehr beichten konnte. Daraufhin ist sie im Traum dem Teufel begegnet.

Julians Leiden und die darauffolgenden Unterhaltungen mit ihrem Herrn lösten einen inneren Prozess aus, der einige Jahrzehnte andauerte. Dabei lernte sie auch Englisch schreiben, damit sie ihre Erlebnisse und Gedanken festhalten konnte. Ihr daraus resultierender Long Text gilt heute als die älteste englischsprachige Schrift einer Frau.

Eintritt: Fr. 20.00, Studenten Fr.15.00
Für Mitglieder und stat. Gäste frei

     

 
  

Prayers and Prophecies

Programm


16.00 bis ca. 16.45 Uhr
Konzert mit Lena Måndotter (Gesang) und
Pierre Engström (Gitarre) 

17:00 Uhr
Apéro mit anschliessendem Nachtessen

Die persönliche Einladung folgt im November / Anmeldung erforderlich.

     
top

top