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Events

THEMATIC PRIORITY SPRING/SUMMER 2026

Mythen der Seele

The events are open to the public. You are welcome without registration.

Venue: Lecture room, Gemeindestrasse 27, 8032 Zürich
Duration: The lectures last 1¼ to 1½ hours, usually followed by a discussion.

There is an opportunity to participate via Zoom. This is open to the public as well.

For participating via Zoom you need to register in the following way: Click in the list of events on the event, and then on ‘Tickets…’. As soon as you have paid, you get an email with the Zoom-link.

A registration is possible only 14 days in advance.
The fee is the same for onsite as for participation via Zoom.

PROGRAM
 


Wenthe, M., 2012. Arthurian Alphabooks: Satisfactory Comics, [Accessed 8 June 2026].

 
  

In Wolfram von Eschenbach’s Parzival, Cundrie is one of the strangest and most unforgettable figures in the Grail story. She arrives at Arthur’s court not as a beautiful lady or gentle guide, but as a shocking, ugly, animal-like messenger who speaks with fierce authority. Her words cut through the celebration of Parzival’s success and expose the one thing everyone else has missed: although he has become a famous knight, he has failed at the deepest level. He saw the wounded Grail King and did not ask the healing question.

This talk explores Cundrie as a powerful symbol of the terrible truth that brings shame and purpose. She shows us what happens when a person appears successful on the outside but has not yet become inwardly whole. Parzival has courage, skill, beauty, and reputation, but Cundrie reveals that these are not enough. Her public accusation breaks his pride and forces him onto a deeper path. From this point on, his journey is no longer simply about winning honour, but about learning compassion, humility, and responsibility.

Cundrie’s ugliness is part of her meaning. She represents the side of truth we would rather not face: the painful message, the rejected voice, the disturbing encounter that changes everything. Yet without her, Parzival would remain only a celebrated knight and never become capable of finding the Grail. This talk interprets Cundrie as one of the central forces in Parzival’s transformation — the severe, necessary messenger who turns failure into the beginning of a true spiritual journey.

Date:  Saturday, 5th September 2026 (English lecture)
Beginning: 5:30 pm

Entrance: CHR 30;
free for students, members, and stat. guests

 

Tickets for LIVE-Zoom events can be booked from 14 days before the event.
     
    

Die moderne Psychotherapie hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Während frühe kognitiv-verhaltenstherapeutische Ansätze vor allem darauf abzielten, dysfunktionales Verhalten und später Gedanken zu identifizieren und zu verändern, rücken die Verfahren der sogenannten «dritten Welle» – etwa achtsamkeitsbasierte Ansätze, Acceptance and Commitment Therapy (ACT), Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT), Schematherapie oder auch die Ego-States-Therapie – zunehmend die Frage in den Mittelpunkt, wie Menschen mit ihren inneren Erfahrungen in Beziehung treten und mit ihnen leben können.

Viele dieser Ansätze gelten heute als wissenschaftlich gut untersucht, manualisierbar und fest im akademischen psychiatrisch-psychotherapeutischen Alltag verankert. Doch wie neu sind ihre zentralen Ideen tatsächlich? Und wo begegnen wir ihnen bereits im Werk von C.G. Jung?

Der Vortrag geht der Frage nach, welche Grundgedanken der Analytischen Psychologie in zeit-genössischen Therapieverfahren fortleben – oft ohne ausdrücklich als jungianisch bezeichnet zu werden. Themen wie die Bedeutung unbewusster Dynamiken, die Arbeit mit Komplexen, die Entwicklung einer beobachtbaren Bewusstheit sowie die Spannung zwischen Ich und Selbst zeigen bemerkenswerte Parallelen zu heutigen therapeutischen Konzepten.

Zugleich soll diskutiert werden, welche genuin jungianischen Perspektiven im gegenwärtigen Diskurs weitgehend verloren gegangen sind und welchen Beitrag sie leisten könnten. Dazu gehören das Verständnis des Unbewussten als eigenständige psychische Wirklichkeit, die Idee eines Telos (Ziel, Bestimmung) einer psychischen Erkrankung, das Konzept des Selbst als richtungsweisende Potenzialität und psychische Gesamtheit einer Kultur- und Geistesgeschichte durch die Archetypenlehre.

Der Vortrag versteht sich als Brückenschlag zwischen heutigem therapeutischem Zeitgeist und analytischer Psychologie und fragt, was die Gegenwart von Jung übernommen hat – und was sie möglicherweise gerade deshalb wiederzuentdecken hätte.

Datum: Samstag, 26. September 2026
Beginn: 17.30 Uhr

Eintritt: Fr. 30;
für StudentInnen, Mitglieder und stat. Gäste frei

Tickets for LIVE-Zoom events can be booked from 14 days before the event.
     
    

Im Vortrag einer langjährigen Notfallärztin werden Sie mitgenommen auf eine Reise durch spektakuläre und emblematische, realen Situationen nachempfundene Fälle in Form eines fiktiven Dienstes auf einer Notfall-Station. 

Gleichzeitig wird das Bild einer Gesellschaft gezeichnet, deren Verhältnis zu Tod und Leiden sich dauernd wandelt, wo durch Forschung und Technik die Grenzen des Todes immer weiter nach hinten verschoben werden, und in welcher sich der einzelne wie der kollektive Mensch je länger desto weiter von den Naturgegebenheiten entfernt, und wo der Zusammenprall zwischen Erwartungen und tatsächlicher Machbarkeit oft unerwartet unsanft ausfällt. 

Wo stehen wir in der Schweiz, welche Erfahrungen können wir in anderen Ländern machen? Sind wir uns unserer privilegierten Lage genügend bewusst? Wie weit reichen unsere Ressourcen? Wie greifen Politik, die gesamte unsichere Weltlage, Klimawandel und Medizin ineinander? Wie steht/stünde die Schweiz angesichts von Grossereignissen da? – Solche Fragen werden im Referat aufgeworfen. In der anschliessenden Diskussion soll der Faden zur Jung’schen Psychologie durch die wertvollen Beiträge der Zuhörer weitergesponnen werden

Datum: Samstag, 24. Oktober 2026 (English subtitles)
Beginn: 17.30 Uhr 

Eintritt: Fr. 30;
für StudentInnen, Mitglieder und stat. Gäste frei

Tickets for LIVE-Zoom events can be booked from 14 days before the event.
     


In den Häusern der Wikinger findet man regelmäßig kleine Goldfolien, die ein sich umarmenden Paar darstellen. Die Abbildungen zeigen Symbole der heiligen Ehe, der Vereinigung zwischen dem männlichen, matrizentrischen Gott Freyr (Fruchtbarkeit) und der Riesin Gerd (kollektives Unbewusstes, Chaos). Für die vorchristlichen Wikinger spielte die patriarchale Ehe keine Rolle. Wichtig war die Partnerschaft, nicht Unterordnung oder Dominanz. Goldfolie aus Schweden (ca. 700 v.u.Z.).

 
  

Die germanische Mythologie wird oft als primitiv und barbarisch aufgefasst, enthält aber grundlegende Mythen zeitgemäßer Individuation und Schicksalsbewältigung. Die Christianisierung nahm dem zentral-europäischen Wotan seine spirituellen Eigenschaften, aber in Skandinavien ist Odin sowohl ein Todes- und Kriegs-Gott, als auch ein Gott für Spiritualität, Wahrsagung und Poesie. Um ein ausgewogenes Bild des Gottes anzuwenden, wird daher der Begriff Odin verwendet. Die Gottheit durchlebt eine umfassende Entwicklung. Ihre gezielten Einweihungsschritte sind Vorbild für die Individuation des Menschen. Dazu gehören die freiwillige Einbuße eines Auges, die Einweihung in die Geheimnisse der Großen Göttin und ein finales Selbstopfer am Weltenbaum. Die Entdeckung der Runen nach der rituellen Selbsthängung stimuliert die Beziehung zwischen Ich und Selbst und unterstützt seine Anhänger darin, die Gegensatzspannung zwischen dem Männlichen und Weiblichen auszuhalten. Der «Hänge-Gott» repräsentiert den Prozess der Selbstverwirklichung und verwandelt Schicksal zu Bestimmung. Besonderes Aufmerksamkeit wird dem Thema Opfer und dem verwundeten Heiler eingeräumt. Zum Abschluss kommt es zu einer Gegenüberstellung von Odin am Weltenbaum mit Christus am Kreuz. Es wird hervorgehoben, dass sich das Gottesbild im Zuge menschlicher Bewusstwerdung verändert. 

Datum: Samstag, 7. November 2026
Beginn: 17.30 Uhr

Eintritt: Fr. 30;
für StudentInnen, Mitglieder und stat. Gäste frei

Tickets for LIVE-Zoom events can be booked from 14 days before the event.
     


Gregorius – der gute Sünder, Der Heiligen Leben.
Johann Schönsperger, 1485

 

  

Die Legende des Gregorius zählt zu den eindrucksvollsten Mythen des christlichen Mittelalters. Ihre verstörende und zugleich berührende Geschichte führt in seelische Grenzbereiche, in denen sich Schuld, Schicksal und das Geheimnis innerer Wandlung berühren.

Aus der Perspektive der Analytischen Psychologie C.G. Jungs lässt sich der Mythos als Ausdruck archetypischer Prozesse lesen. Gregorius verkörpert einen Weg, der durch Verstrickung, Leiden und Isolation hin zu einem tieferen Bewusstsein führt. Das Heilige zeigt sich dabei nicht fern vom Menschlichen, sondern mitten in seiner Brüchigkeit, in seiner Ambivalenz und in seiner Nachtseite. Gerade dort, wo der Mensch an seine Grenzen gerät, kann sich eine verborgene Wirklichkeit offenbaren.

Der Vortrag erschliesst die symbolische Sprache der Legende und fragt nach ihrer Bedeutung für unsere Zeit. Im Mittelpunkt stehen jene seelischen Dimensionen, die in unserer rational geprägten Kultur oft an den Rand gedrängt werden: das Irrationale, das Naturhafte, das Weibliche sowie die Liebe als verwandelnde Macht.

So eröffnet die Gregorius-Erzählung einen Deutungsraum, in dem Schuld nicht moralistisch verengt bleibt, sondern auf innere Reifung verweist. Der Mythos wird damit zu einem Spiegel seelischer Entwicklung – und zu einer Einladung, die verborgenen Zusammenhänge menschlicher Wandlung neu wahrzunehmen.

Datum: Samstag, 21. November 2026
Beginn: 17.30 Uhr

Eintritt: Fr. 30;
für StudentInnen, Mitglieder und stat. Gäste frei

Tickets for LIVE-Zoom events can be booked from 14 days before the event.
     
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